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Liebe Freunde und Besucher unserer Webseiten,

von Zeit zu Zeit sich Themen annehmen, die uns und unsere Umwelt direkt und unmittelbar betreffen. Von Zeit zu Zeit sich diesen Fragen direkt und unmittelbar annehmen und sich damit auch beschäftigen. Wir werden uns auf unseren Internetseiten dieser Thematik verstärkt annehmen, indem wir Themen vorstellen, Berichte veröffentlichen, aber auch Parteien, Politiker und Verantwortliche befragen und deren Statements hier veröffentlichen. Wir wollen hier in Schleswig-Holstein aber nicht nur Statements abfragen und Informationen veröffentlichen, sondern die Verantwortlichen auch zu öffentlichen Veranstaltungen einladen, um konkrete Fragen auch konkret beantwortet zu bekommen und nur das Publikum soll entscheiden, welche/r Vortragende/r klare, eindeutige und sachliche Aussagen gegeben hat. Bald geht es los und Sie alle können dabei sein, wenn NaturaPur seine erste öffentliche Podiumsdiskussion zu Umweltproblemen in Schleswig-Holstein veranstaltet !

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Resonanz:


Schülerwettbewerb zum Thema Ökologischer Landbau

Der bundesweite Schülerwettbewerb „Bio find ich Kuh-l“ lädt Kinder und Jugendliche aller Schularten – von der 3. bis zur 11. Jahrgangsstufe – ein, auf Entdeckungsreise zu gehen und dabei den Ökolandbau genau unter die Lupe zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit der ökologischen Landwirtschaft auseinander setzen: von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zum Handel. Die Teilnehmer werden angeregt, Höfe, Läden, Verarbeitungsbetriebe etc. zu besuchen und selbst aktiv zu werden, z. B. mit eigenen Schülercafés oder Kochaktionen.

Eingesandt werden können verschiedene Beitragsformen: Website, Hörspiel/Reportage, Plakat, Video, Lied, Spiel, Modelle, Skulpturen etc. Die Beiträge können in Klassen-, Kurs-, Projektarbeit oder als Einzeleinsendung entstehen.

Laufzeit:
31.08.2009 mit Option auf Verlängerung bis 31.08.2010
http://www.bio-find-ich-kuhl.de/

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


Düstere Szenarien bei Klima-Beratungen in Paris

Überschattet von düsteren Klima-Vorhersagen beraten in Paris fast 500 Forscher und Regierungsexperten im Auftrag der Vereinten Nationen über die Gefahren der Erderwärmung.

Der so genannte Zwischenstaatliche Ausschuss zum Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) soll bis Freitag den Wissensstand zur Klimaveränderung als Basis für Gegenmaßnahmen der Politik zusammenfassen. Laut der britischen Zeitung "The Independent" wird die Bilanz der Experten dabei deutlich dramatischer ausfallen als erwartet.

Es sei "fast unvermeidlich", dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis Ende des Jahrhunderts um zwei bis 4,5 Grad steigen werde, berichtet die Zeitung. Aber auch eine Erhöhung um sechs Grad "oder mehr" könne nicht ausgeschlossen werden. Laut einem Entwurf für den IPCC-Bericht sind damit längere und häufigere Hitzewellen im Sommer absehbar, nachdem schon seit 1850 elf der zwölf heißesten Jahre in die Zeit nach 1995 gefallen seien, wie es im "Independent" heißt. Auch Tropenstürme und Orkane würden an Stärke gewinnen, und der Meeresspiegel werde bis zum Jahr 2100 um bis zu 43 Zentimeter steigen. Im Sommer werde die Arktis eisfrei sein und Gletscher in den Bergen würden nach und nach weitgehend verschwinden.

Ein Grund für einen möglicherweise deutlich rasanteren Temperaturanstieg sei die schwindende Möglichkeit der Erde, bei steigenden Temperaturen Treibhausgase zu absorbieren, berichtet der "Independent". Damit könne die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um weitere 44 Prozent steigen, womit bis 2100 ein zusätzlicher Temperaturanstieg um 1,2 Grad programmiert sei.

In seinem letzten Bericht aus dem Jahr 2001 hatte der IPCC eine Klimaerwärmung zwischen 1,4 und 5,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Dagegen hatte sich die Erde seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren um fünf Grad erwärmt. Angaben wie die des "Independent" über bevorstehende Veröffentlichungen werden durch den IPCC grundsätzlich nicht kommentiert, weil der Bericht in der Schlussphase noch deutlichen Veränderungen unterliegen kann.

Bereits in seinem viel beachteten ersten Bericht hatte der IPCC 1990 über zunehmende Ansammlungen der vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre berichtet und vor einer steigenden Erderwärmung gewarnt.


Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen vorgestellt

Den fortschreitenden Verlust der Arten- und Lebensraumvielfalt in Deutschland dokumentiert die neueste Auflage der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen, die Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und der Vizepräsident des Bundesamtes für Naturschutz, Rudolf Ley, heute vorgestellt haben. „Die Rote Liste zeigt, dass die Anstrengungen zum Schutz der Arten- und Lebensraumvielfalt auf allen Ebenen fortgeführt werden müssen“, so die Bilanz von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Rund 72 Prozent aller 690 verschiedenen Lebensraumtypen in Deutschland gelten nach wie vor als gefährdet oder sogar als akut von der Vernichtung bedroht. „Der Verlust an Lebensräumen ist in vielen Fällen nicht oder nur mit großem Aufwand rückgängig zu machen. Sterben Tier- und Pflanzenarten aus, ist dies unwiderruflich“, mahnte Gabriel.

Erfreulich ist, dass mittlerweile für eine Reihe von Biotoptypen, die in der Vergangenheit auf dem Rückzug waren, eine Stabilisierung erreicht werden konnte. Hier zeigen sich erste Erfolge der aktuellen Naturschutzbemühungen, etwa die Umsetzung des europäischen Naturschutzrechts, die Verbesserung des Biotopverbunds, die Optimierung des Schutzgebietssystems und die Zunahme des ökologischen Landbaus. Allerdings gelang es trotz aller Anstrengungen nicht, den Rückgang der biologischen Vielfalt nachhaltig zu stoppen. Dies zeigt sich insbesondere am dramatischen Rückgang einstmals weit verbreiteter Biotoptypen, wie beispielsweise der blumenreichen Wiesen und Weiden oder der Klarwasser-Seen.

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es nach wie vor eine Vielzahl von Biotopen gibt, die hochgradig gefährdet sind und auch weiter zurückgehen. Es besteht somit weiterhin kein Grund zur Entwarnung. Durch den noch immer viel zu hohen Flächenverbrauch und durch ein weiteres Voranschreiten der Nutzungsintensität in vielen Bereichen unserer Kulturlandschaften bei gleichzeitiger Nutzungsaufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen in vielen Mittelgebirgsregionen hat sich die Situation insgesamt weiter verschlechtert“, erläuterte Ley.

Gabriel sagte, die vorliegende Neufassung der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen mache deutlich, dass die Anstrengungen des Naturschutzes auf allen Ebenen fortgeführt werden müssen, um unser Naturerbe dauerhaft zu sichern und das international vereinbarte Ziel zu erreichen, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis zum Jahre 2010 aufzuhalten.
Die Umweltminister der G8-Staaten haben hierzu in der „Potsdam-Initiative zur biologischen Viel¬falt 2010“ am 17. März 2007 festgehalten, dass der Erhaltung der biologischen Vielfalt die gleiche globale Bedeutung zukomme wie dem Klimaschutz. Sie verpflichteten sich dazu, die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen. Der Umsetzungsstand des Zieles, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen, wird auch ein zentrales Thema der UN-Naturschutzkonferenz darstellen, die im Mai 2008 in Deutschland stattfinden wird.

Ein Hintergrundpapier und weitere Informationen sind im Internet unter www.bmu.de oder www.bfn.de erhältlich.
Bezugsquelle für die Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands:
Riecken, U., Finck, P., Raths, U., Schröder, E. & Ssymank, A. (2006): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Zweite fortgeschriebene Fassung 2006. - Natursch. Biol. Vielf. 34, 318 S. ISBN 3-7843-3934-4, BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster, € 24,00. URL: www.lv-h.de/bfn


Verbraucherschutz
Neues Bio-Siegel der Europäischen Union


Ein neues Siegel für ökologisch hergestellte Lebensmittel soll deren Qualität
sichern. Damit stärkt die EU die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern.


Die neuen Regeln für Öko-Lebensmittel sind ein Quantensprung für den Ökolandbau
in Europa. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher können auf ein hohes
Schutzniveau vertrauen und darauf, dass künftig, wo Bio draufsteht, auch Bio drin
ist", betonte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer.

Die Verwendung des EU-Logos ist für ökologische Produkte verpflichtend. Ab 2009
soll das Logo Bio-Waren wie Obst oder Gemüse aus ökologischem Anbau sowie
Fertigprodukte wie Kekse kennzeichnen.

Das neue Logo "wird den Kunden gestatten, ökologische Erzeugnisse in der EU
leichter zu erkennen, und ihnen Gewissheit geben, was sie genau
kaufen",  ergänzte EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel.

Der ökologische Landbau nimmt in der EU stetig zu. 2005 wurden 6 Millionen Hektar
ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl ökologischer Betriebe stieg von 2005
gegenüber 2004 um mehr als sechs Prozent.

Deutsches Bio-Siegel gilt weiter

Das neue EU-Siegel basiert auf denselben Vorschriften wie das in Deutschland
gültige sechseckige Bio-Siegel. Lebensmittel, die dieses Zeichen tragen, müssen
zu mindestens 95 Prozent aus ökologischen Zutaten bestehen. Versehentliche
Verunreinigungen durch Spuren genetisch veränderter Organismen dürfen einen
Grenzwert von 0,9 Prozent nicht überschreiten. Aus gentechnisch veränderten
Organismen hergestellte Zusatzstoffe sind in der neuen Verordnung nur noch in
seltenen Ausnahmefällen zulässig.

Das deutsche Bio-Siegel und andere bestehende Siegel dürfen weiterhin verwendet
werden. So können auch Anbauverbände, die strengeren Vorschriften folgen, ihre
Produkte mit eigenen Logos kennzeichnen. Alle Siegel müssen die
Mindestvorschriften der EU-Öko-Verordnung erfüllen.




 




Wir sind Mitglied im Forest Stewardship
Council, Arbeitsgruppe Deutschland e.V.
 

Informations- und Absatzförderung

Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über den ökologischen Landbau und dessen Erzeugnisse sowie zur Förderung damit verbundener Absatzförderungsmaßnahmen
Kurzbeschreibung:
Eine Finanzierungsbeteiligung an guten Ideen zur Informationsvermittlung rund um den Ökologischen Landbau und damit verbundener Absatzförderung für Bio-Produkte bietet das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit der Richtlinie für Information und Absatzförderung.

Seit 1.1.2008 ist die neu überarbeitete Richtlinie gültig. Ab diesem Zeitpunkt können Vorschläge für Projekte bis spätestens 31. März 2010 in der BLE eingehen.

Informationskampagnen, Verkostungsaktionen, die Konzeption, Organisation und Durchführung von Ausstellungen, die Herstellung von Informationsmaterialien oder die Durchführung von Veranstaltungen wie Stadtfeste können ab einem Projektgesamtvolumen von 50.000 Euro mit bis zur Hälfte der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben gefördert werden. Projekte, die den Absatz von verarbeiteten Produkten steigern sollen (ab der zweiten Verarbeitungsstufe), unterliegen einer Förderhöchstgrenze von 200.000 Euro innerhalb von drei Steuerjahren ("De-minimis"-Beihilfen).

Projektvorschläge können Vereine, Stiftungen, Verbände sowie Erzeuger(-gemeinschaften), (Groß-)Händler, Handelsunternehmen oder Gruppen von Verarbeitern, die in Deutschland eine Niederlassung haben, einreichen. Die Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) bietet an, bereits in einem frühen Stadium der Planung mit Interessenten telefonisch oder per E-Mail abzuklären, ob eine Projektidee grundsätzlich förderfähig ist. Auf der Basis einer schriftlich eingereichten Skizze kann dann eine mögliche Förderung konkret geprüft werden.

Vom Einreichen der Skizze bis zur Bewilligung des Projektes dauert es insgesamt etwa drei bis fünf Monate, was bei der Planung der Aktion berücksichtigt werden sollte. Wichtig ist auch: Projekte, mit denen bereits vor der Bewilligung begonnen wurde, können nicht gefördert werden. Ausgaben, die für das Stammpersonal entstehen, für Produkte, die bei einer Aktion verkostet werden, oder für bereits vorhandenes Material, werden ebenso wie Reparatur- und Ersatzteilkosten nicht bezuschusst.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


Bundesumweltminister Sigmar Gabriel würdigt Gewinner des Kinder-Wettbewerbs Don Catos GRÜNE REVIERE 2007

Große Freude bei den Gewinnern des bundesweiten Kinder-Wettbewerbs für biologische Vielfalt: Die Teams „Bieninis – Die Bienenschützer“ der Kita Breckenheim in Wiesbaden sowie „Die Wildbienen“ vom Berliner Kinderfreizeittreff Menzeldorf haben die schönsten GRÜNEN REVIERE Deutschlands geschaffen. Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, übergab die Auszeichnungen im MACHmit!-Museum Berlin. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lobt das Engagement der Gewinnerteams: „Das Thema Biodiversität klingt zwar kompliziert, ist aber eigentlich kinderleicht. Das haben über 1.500 Kinder gezeigt, die in diesem Jahr bundesweit GRÜNE REVIERE angelegt haben und so für Don Cato aktiv geworden sind“, so Gabriel zum Erfolg der diesjährigen Wettbewerbsrunde.

Zentrale Themen des Wettbewerbs waren biologische Vielfalt und Artenschutz. Zwischen Juli und Oktober 2007 begrünten Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren Kinder- und Schulgärten, Hinterhöfe und Baumscheiben. Die Hauptgewinner „Die Wildbienen“ beeindruckten die Jury vor allem durch eine imposant dokumentierte Gartenanlage mit Igelhaufen, Benjeshecke und Steinmauer für Amphibien und Insekten. „Die Bienenschützer“ beschäftigten sich intensiv mit dem Thema Bienen und legten ein Hügelbeet sowie ein Insektenhotel für ihre tierischen Freunde an.

Der Wettbewerb mit dem Luchs Don Cato als Maskottchen wurde vom Bundesumweltministerium und BUNDjugend veranstaltet. Kooperationspartner waren das Deutsche Kinderhilfswerk und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland. Die Paten Shary Reeves (Wissen macht Ah), Singa Gätgens (Logo) und Christoph Biemann (Die Sendung mit der Maus) machten sich für den Wettbewerb stark.

Als Auszeichnung erhalten 20 Teams ein hochwertiges Spielzeugpaket im Wert von 750 Euro und eine Siegerplakette zum Anbringen an ihr GRÜNES REVIER. Weitere 40 Gewinnerteams erhalten Spielzeugpakete im Wert von bis zu 400 Euro.

Don Catos GRÜNE REVIERE wurde mit Blick auf die 9. UN-Naturschutzkonferenz veranstaltet, die im Mai 2008 in Bonn stattfinden wird. Die Bundesregierung hat gemeinsam mit der internationalen Staatengemeinschaft vereinbart, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 erheblich zu reduzieren (www.naturallianz.de).

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es im Internet unter www.doncato.de oder im Don Cato Pressebüro unter der Telefonnummer 030/2 88 83 78 16.

 
     


Heute einiges zum Thema Wald- und Baumsterben


Waldsterben

In Deutschland befand man 1984 gut ein Drittel des Waldes für krank. Im Jahre 2000 sind nach dem offiziellen Waldschadensbericht noch rund 35 % aller Waldbäume ohne erkennbare Schäden, im Jahre 2004 sind es nur noch 28 %, während 65 % in die Warnstufe fielen und knapp ein Drittel deutliche Schäden hatten {Quelle: dpa}.

Das in den 80er Jahren befürchtete, sich durch die damalige Entwicklung abzeichnende großflächige Absterben von Wäldern ist – insbesondere in den damaligen Hauptschadensgebieten – nach Investitionen von über 196 Millionen Euro in die Waldsanierung ausgeblieben. Die Emissionen an Schwefeldioxid und Stickoxiden wurden in der „alten“ Bundesrepublik bereits mit Beginn des 1. Umweltprogramms der Bundesregierung 1971 durch umfangreiche Maßnahmen wie das Bundesimmissionsschutzgesetz zur Luftreinhaltung erheblich vermindert (s. externen Graphen). Auch der Zusammenbruch einiger osteuropäischer Planwirtschaften um 1990 hat zu einer deutlichen Verminderung der Schadstoffeinträge beigetragen. ( Quelle: Wikipedia )

Baumsterben

Der Rekordsommer 2003 (heißester Sommer seit 600 Jahren) hat erneut sehr starke Schäden am europäischen Waldbestand hervorgerufen. Auch die Landwirtschaft vermeldete erhebliche Ernteeinbußen. Die öffentliche Diskussion über die Ursachen des Waldsterbens wurde dadurch in eine neue Richtung gelenkt. Die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast hatte zuvor das Waldsterben für beendet erklärt. Auch Schweizer, Franzosen und fast alle europäischen Nachbarn hatten sich davon verabschiedet. Gegen Ende des Jahres 2003 wurden allerdings neue Zahlen vorgestellt. Der deutsche Wald sei in "alarmierenden Zustand" hieß es nun aus dem gleichen Ministerium. Die lang anhaltende Dürreperiode des Sommers 2003 hatte offenbar dazu geführt, daß nunmehr drei Viertel aller Bäume Schäden aufwies. Die Trockenheit hatte sich dabei als Hauptursache herausgestellt. So liegt die Vermutung nahe, dass bereits die viel debattierten Waldschäden der achtziger Jahre offenbar mehr durch zeitweiligen Trockenheitsstress als durch Schadstoffbelastung hervorgerufen wurden - zumal der deutsche Wald an regnerisches Klima angepasst ist und auf trockene Sommer sensibler reagiert als die Wälder europäischer Nachbarländer, in denen kein nennenswertes Waldsterben festgestellt wurde. In der extrem langen Trockenperiode des Sommers 2003 hätte durch einen früher einsetzenden Regen ein großer Teil der verdörrten Pflanzen gerettet werden können. Selbst "saurer Regen", mit sämtlichen, diskutierten Schadstoffen hätten der vertrocknenden Flora in jenen Tagen der Dürre wahrscheinlich mehr genützt als geschadet. Die Beeinträchtigung des Bodens durch permanente, immissionsbedingte Belastung sollte dabei jedoch nicht verharmlost werden.

Durch die anthropogen bedingte Versauerung der Böden in Gestalt des sog. „sauren Regens“ kommt es zu Schädigungen an den Feinwurzeln der Bäume sowie auch der Mykorrhiza. Diese Symbiose zwischen bestimmten Pilzen und den Baumwurzeln ist entscheidend für die Aufnahme von Mineralstoffen. Die Versorgung des Baumes mit Wasser und Mineralstoffen wird beeinträchtigt.

Ein Folgeproblem der Versauerung ist die Freisetzung von Ionen aus Schwermetallen und Aluminium, da sie stark toxisch wirken. Schließlich tritt zur verminderten Aufnahmemöglichkeit benötigter Mineralstoffen wie Calcium, Kalium und Magnesium auch noch deren verminderte Verfügbarkeit infolge verstärkter Auswaschung hinzu.

Schädigungen der Stomata der Blätter durch Säure und Ozon nehmen den Bäumen die Möglichkeit, ihre Verdunstung zu regulieren. Störungen bei der Aufnahme von Wasser werden also verstärkt durch Störungen bei der Abgabe von Wasserdampf.

Infolge der Beeinträchtigung durch Schadstoffe kann es dann zu einem verstärkten Befall durch natürliche Schädlinge kommen, z.B. Pilze, die Raupen des Schwammspinners und vor allem durch den Borkenkäfer. Bei diesen Organismen kommt es – bedingt durch für sie günstige Witterungsbedingungen wie etwa besonders heiße und trockene Sommer – zu bestimmten Zeiten zu Massenvermehrungen, die derart gravierend sein können, dass von den Schädlingen heimgesuchte Waldgebiete stark geschädigt werden. Besonders Fichten-Monokulturen sind davon stark betroffen, so dass man z.B. am Westhang des Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald dazu übergegangen ist, bestehende Monokulturen behutsam in Richtung Bergmischwald zu erneuern.

Normal ist, dass Bundesländer mit durchweg jüngerem Baumbestand (wie z.B. Niedersachsen) durch die Trockenheit 2003 deutlich weniger gelitten haben als solche mit älterem Baumbestand (z.B. Bayern oder Baden-Württemberg). Leider teilt der Waldzustandsbericht nur sehr grob in zwei Altersklassen ein: bis 60 Jahre und über 60 Jahre.

Beim sog. Holzvorrat, also der Menge an stehendem über Holz über Kluppschwelle, steht Deutschland in Europa deutlich an der Spitze; und der Holzvorrat steigt beständig an, wobei der Vorrat eines Bestandes, wenn die Wuchsbedingungen im Laufe des Bestandeslebens gleich bleiben, im Alter wieder zurückgeht. Unsere Wälder werden im Schnitt immer älter, dadurch immer anfälliger und folglich tendenziell immer kränker, was allerdings nicht am "Waldsterben" liegt: kein Lebewesen ist im Alter so gesund wie in der Jugend. Gut zu beobachten ist der Einfluss dieses Alterungseffektes, wenn man den zeitlichen Verlauf der Schäden junger Bestände mit dem Verlauf aller Bestände vergleicht: Obwohl die jüngeren Bestände (je nach Baumart) innerhalb der letzten 10–15 Jahre durchschnittlich gesünder geworden sind, folgen die Gesamtschäden diesem positiven Trend nicht und nehmen sogar eher zu.

Weitere Effekte können indirekt mit der Überalterung zusammenwirken: So hat beispielsweise die Forstwirtschaft lange Zeit auf profitable, schnellwachsende Hölzer gesetzt. Ob der Standort für die jeweilige Baumart auch langfristig immer optimal gewählt war, darf bezweifelt werden – es spielte ja auch keine Rolle, da die Bäume meist jung und (noch) gesund eingeschlagen wurden. Jetzt, mit alternden Beständen könnten sich solche Standortnachteile verstärkt bemerkbar machen.

Nicht zuletzt steigt in einer überalterten Baumgemeinschaft auch für die jüngeren und gesünderen Bäume das Risiko von Infektion oder Schädlingsbefall (Diese Bäume werden aber bei der Aufnahme für den Waldzustandsbericht vor Ort nicht begutachtet). Mit Sicherheit hätte eine unter diesem Gesichtspunk rechtzeitige Verjüngung des Waldes zu einer deutlich geringeren Schadenshäufigkeit – auch unter den jüngeren Bäumen – beitragen können. ( Quelle: Wikipedia )