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Special I
Handwerliche Arbeiten
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- Schmiedekurse
- Lehmofenbau
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"Wenn der Vater mit dem Sohne ..."
Natura Pur bietet Schmiedekurse für Vater und Sohn an. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Unter Leitung unseres befreundeten Schmiedemeisters erfolgt eine Einführung in die Kunst der Schmiedearbeiten, wobei sichergestellt sein wird, dass jeder Teilnehmer sein von ihm angefertigtes Stück mit nach Hause nehmen darf. Begonnen wird dieser Kurs mit der Anfertigung eines Nagels "... damit der Sohn auch weiß, wohin er seine Jacken hängen soll ..." Weitere Überraschungen folgen beim Schmiedekurs.
Hinweis: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!
Ihr Natura Pur Team
Der Schmied
Der Schmied lebt nicht für sich selbst, arbeitet nicht unter eigener Flagge. Er legt ein anonymes Eisen ins Feuer, das seinen Namen und Verwendungszweck von einem andren Handwerksmeister bekommt. Zahlreiche Handwerksberufe besitzen ihre Schmiede, und die dort beschäftigten Arbeiter fallen unter keine sprichwörtliche Redensart: während sie schmieden, werden sie zu Schlossern, Zeugschmieden, Messerschmieden oder Hufschmieden.
Noch vor der Sintflut jedoch, als sich diese Arbeitsaufteilung noch nicht durchgesetzt hatte, erscheint als erster Schmelzpunkt der Genesis ein gemeinsamer Ahnherr: Tubalkain, der Sohn des Lamech; er wird im 23. Vers des 4. Kapitels, 3070 Jahre vor Chr. als ein Handwerker vorgestellt, “ der allerlei eisernes und ehernes Werk“ schmiedete. Er ist der Vater der Schmiede; auf ihn folgt nur Zerstreuung.
Die Beziehung zur Eleganz
Wir wollen zunächst noch bei den Schmieden und der dazu nötigen Einrichtung verweilen, weil diese in jeder Werkstatt eine Ecke, eine Mauer oder einen Winkel beherrscht. Im allgemeinen findet man das Schmiedefeuer unterhalb des Kamins, durch den der Rauch entweichen kann. In seinem Handbuch des Schmieds spricht Mapod von einer anderen Einteilung, die er für günstiger hält: Diese Schmiede “ unterschied sich vor allem dadurch, dass sie in der Mitte der Werkstatt aufgebaut war. Der untere Teil war aus Backsteinen rundgemauert, er erhob sich über einem Sockel aus großen, halb in den Boden eingegrabenen viereckigen Steinblöcken. Im Innern dieses Bauwerks aus Lehmziegelsteinen war eine Art Öffnung für die Kohlen, die Werkzeuge, Zangen, Dornen und andere Utensilien reserviert. Der runde Backsteinbau wurde von einem riesigen Dach aus starkem Blech überdeckt, dass an seinen aufgestellten Rändern durch ein Dreieck aus runden Eisenstangen verstärkt wurde, über die das Dach gewölbt war. Dieses etwa drei Dezimeter über den Bau hinausragende Dach wurde von schmiedeeisernen Pfählen getragen, die in den Körper des Baus eingefügt waren.
In der Mitte erhob sich ein 25 cm hoch ein aus flachen Ziegeln gemauerter Feuerraum für die zwei gegenüberliegenden Schmiedefeuer. Der Rauchfang oder Kaminhals besaß die Form eines riesigen umgestülpten Blechtrichters, der in ein knieförmig umbogenes Rohr auslief, das den Rauch und Qualm der Kohle nach draußen leitet. Zwei Blasbälge von mittlerer Größe versorgten die beiden Schmiedefeuer mit Luft. Der große Vorteil dieser Esse bestand darin, dass man sicher um sie herumgehen konnte und dass zwei Leute gleichzeitig schmieden konnten, ohne sich gegenseitig zu behindern; doch meine Aufmerksamkeit wurde besonders durch die große Eleganz dieser Lösung gefesselt“.
Wasser auf Feuer giessen
In nächster Näher der Feuerstelle muss der Arbeiter einen Korb mit Kohlen, sowie eine hölzerne oder eiserne Schaufel deponieren. Die “eiserne hand “ ist eine sehr kurze Schaufel aus gebogenen Blech. Auch muss er noch mit einer Hand an einen wassergefüllten Steintrog reichen können, in dem ein aus Rosshaar und Eisen gefertigter Löschwedel liegt, der dazu dient, ein wenig Wasser auf die Glut zu sprühen, um das Feuer nach außen abzuschirmen.
Das Kohlenfeuer muss ständig überwacht werden; hierzu dienen dem Schmied drei Werkzeuge: zwei Schüreisen und eine Essklinge. Der gerade oder spitze Löschspieß zersprengt die Kohlenschlacke und stochert in den Löschkohlen, um zu sehen, wieweit die Fusion in der Esse bereits fortgeschritten ist. Das knieförmig gebogene Schüreisen, der Feuerhaken, fegt die Kohlenglut zusammen, häufelt und sammelt die zerstreuten Kohlen. Man kann mit ihm auch die Schlacke herausholen, wenn sie den Durchzug zu hemmen droht. Die Essklinge zum Anschüren des Feuers hat beinahe die gleichen Funktionen wie ein Schüreisen, wird aber vor allem zum Entschlacken und Reinigen der Esse gebraucht. Mit ihrer Schneide löst sie die zusammengebackene Kohlenschlacke leichter und wirksamer ab.
Die verstellbare Winde, der sog. “Faulenzer“, einer Art großer Stütze, ersetzt, sobald sie in Aktion tritt, den dritten Arm des Schmiedes: ihr Greifarm kommt ihm zu Hilfe, sobald er es mit einem langen Eisenstück zu tun hat, das längere Zeit im Feuer erhitzt werden muss; er hält das zu schmiedende Objekt so lange wie nötig im Feuer und erstart dem schmied eine endlose Warterei. Manchmal ist es ein Doppelhaken in S-Form, manchmal auch nur ein in de Boden oder auf einen Holzblock gestecktes Y, häufig in Form eines Galgens, von dem das Eisenstück in der richtigen Höhe gehalten wird.
Der Griff der Klammerbacken
Wenn der Schmied sein Eisen vom Feuer nimmt, greift er zu Zangen. Die Zangegehört zu den Arbeitsgeräten mit mannigfaltiger Aufgabenbestellung; sie zählt darum zum Handwerkszeug zahlreicher Berufe. Im Arsenal der Schmiede gibt es die verschiedensten Typen, die sich hauptsächlich in der Größe voneinander unterscheiden. Die gewöhnliche, gerade Schmiedzange besteht im Prinzip aus zwei abgerundeten Eisenschenkeln, die sich an der Kreuzungsstelle überlappen und mit einen starken, auf zwei Seiten genieteten Stift zusammengehalten werden. Dich Flachzange dient zum Festhalten flacher Eisen. Die Rundzange ergreifen die Rundeisen, die am anderen Ende geschmiedet werden, und halten sie fest.
Die Vierkantzange dient zum Halten dieser Eisen, die genau in ihre Backen passen; sie sind ebenso wie die offenen Zangen für Eisen kleinerer Größe gedacht und unfehlbar im Griff. Die Winkelzangen endlich dienen entsprechend der Form der eisen für dicke, viereckige Eisen oder solche mit großen Abmessungen; sind sie länglich, so sehen sie mit ihren beiden asymmetrischen Schenkeln wie Wächter des Schmelzprozesses aus. |
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Lehmofenbau
Unter Leitung von Ill Stender werden wir gemeinsam einen weiteren Lehmofen bauen.
Lehm ist eines der ursprünglichsten Baustoffe überhaupt, fast überall verfügbar und vollkommen natürlich.
Ein Ofen aus Lehm – Sie werden ohne Probleme nach diesem Kurs einen eigenen Lehmofen bauen können. Der Lehm wird mit Stroh, Wasser und anderen Nauturprodukten vermischt und um unser Grundgerüst aus Weidenrouten von den Teilnehmern modelliert. Dabei sollen Sie in der Formgebung und Gestaltung der Oberfläche Ihre Kreativität persönlich erleben.
Wir bauen auch Lehmöfen bei Ihnen!
Wir bieten Ihnen auch an, zu Ihnen zu reisen, um mit Ihnen gemeinsam einen Lehmofen zu bauen!
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"Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Ich bin
selbst Natur."
Indianische Weisheit
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Schmiedekunst

In der Werkstatt

Hammer und Amboss

die Esse
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Hämmer, Setzhämmer und Dorne
Die Handbewegungen der Schmiede gelten vor allem den Hämmern, die die wichtigste Rolle spielen. Der Handwerker besitzt eine ganze Reihe: von den sehr dicken, die er mit beiden Händen handhabt und die er Vorschlag- oder Geradschlaghämmern, die auch zum Rundschlagen auf dem Spitzamboss dienen, den Hämmern mit runden oder halbrunden Kopf zum Formhämmern und Austreiben bauchiger Stücke.
Freilich erfüllen auch die besten Hämmer den angestrebten Zweck nicht immer zu vollen Zufriedenheit. Darum greift der Schmied auf seine Setzhämmer, die Schrotmeissel oder Beile und die Lochhämmer zurück. Die Setzhämmer sind die Vermittler unter den Hämmern eine Art Zwischenhammer, die zwischen das zu schmiedende, auf dem Amboss liegende Stück und den eigentlichen Hammer “ gesetzt “ werden. Je nach Form kann man mit ihnen ein Absatz, oder eine runde oder viereckige Einbuchtung exakt ausschmieden, und hiervon braucht man so viele wie es besondere Details bei jeder neuen Arbeit geben kann. Wie die Setzhämmer dienen auch die Schrotmeissel zum formen des erhitzten Eisens auf dem Amboss; ihre Hauptfunktion aber besteht im Zuschneiden und Verkleinern dieses Eisens. Denn es geschieht häufig, dass ein grob geformtes und in Gesenken geschmiedetes Eisen an der Feuerschweißstelle zu dick ist, man also etwas entfernen muss. Hierzu dienen die Schrotmeissel; auch spalten sie das Eisen an jenen Stellen, an denen ein Stahl durchgesteckt wird, oder sie zerlegen einen Eisenblock in mehrere Teile und schneiden ihn fertig. Die Unentbehrlichkeit der Schrotmeissel wird häufig spürbar. Ihre Form ist stark unterschiedlich und nähert sich bald der jener Klopfkeule, die wir Holzaxt nennen an, bald haben sie flache, breite Schneiden und ähneln einen Beil. Diese Formen herzustellen ist nicht einfach, und nur die Zeugschmiede erledigen sich dieser Aufgabe mit einigem Geschick. Der Schmied gibt seinen Schrotmeisseln eine einfachere Form“. (J.Allarousse).
Die Lochhämmer und die Dorne sind Werkzeuge zum Lochen des erhitzten Eisens, die dem Loch auch im Innern die gewünschten Formen und Durchmesser verleihen. Der Lochhammer wird, wenn das zu lochende Stück sehr dick ist, an einem Stiel befestigt, wenn dieses dünner ist, mit der hand benutzt. Hat der Schmied das glühende Eisenstück mit dem Lochhammer gelocht, nimmt er den stählernen Dorn zu Hilfe, um das Loch ganz nach Wunsch rund, viereckig, ellyptisch oder rautenförmig zu formen.
Schraubstock, Gesenkhammer und Amboss Der Feuerschraubstock muss genügend stark sein und einen Stauchansatz besitzen. Er steht in der Nähe der Esse, damit das Eisen, sobald es aus der Glut genommen wird, hier verformt werden kann. Die Gesenkhämmer sind für die Schmiede das, was für die Schreiner die Hobel bedeuten. Sie dienen zum Einschlagen von Hohlkehlen, oder Überhöhungen entlang jener Bänder, die verziert werden sollen. Ein Gesenkhammer ist ein stählerner Zwischenhammer, in den eine Höhlung oder zuweilen auch das Relief einer Figur eingraviert ist, die man im Eisen prägen will. Er wird mit Metallbügeln auf dem Amboss befestigt.
“Die Schmiede stellen ihre Gesenkhämmer selbst her; sie schmieden ein oder zwei flache Eisenstücke, auf die eine Stahlplatte geschweisst wird, wobei der Schmied darauf achten muss, dass die Platte an der Stelle, an der sich die Höhlung befinden soll, zusammengeschoben wird. Beide Teile werden nun stark erhitzt: dann legt man das Modell zwischen sie und schlägt auf den oberen Gesenkhammer, bis das Modell vollkommen in die Hammerbahn eingedrungen ist. Dieses Modell oder der Kern muss aus im Paket gehärtetem Eisen oder aus gehärtetem Stahl bestehen und goldfarben sein“. (J.Allarousse). Alle bisher aufgeführten Werkzeuge verursachen in der Werkstatt ein unaufhörliches Hin und Her. Vom Feuer wandert der Schmied zum Amboss; dieser, der sonore Mittelpunkt einer Schmiede, beherrscht alles Tun. Er lässt viele Schläge über sich ergehen, sorgt anderseits dafür, dass die Anordnung des Schmiedemeisters vernommen werden. In der Tat existiert ein hörbarer Code, der sich in mehr oder weniger deutlichen, in kürzeren oder längeren Schlägen des Hammers auf den Amboss ausdrückt. Sobald eine Hilfekraft zulässt, dass die Schlacke das Feuer erstickt, befiehlt ihm gleich ein herrischer Schlag, diese Material, die man im Fachjargon- zumindest in Frankreich- “das Gehirn des Lehrjungen“ nennt, zu zerbrechen. Der eigentliche Amboss besteht aus Schmiedeeisen und Stahl: Eisen für alle unteren Teile, eine Stahlplatte für das Oberteil, die Ambossbahn. Sie besitzt die Form eines Rechtecks, das an seinem einen Ende in ein viereckiges, am andren in ein komisch gerundetes Horn ausläuft. In der Nähe des Horns ist eine Öffnung, in die Ambosseinsätze (Abschrote, Spitzstöckel) gesteckt werden können.
Für den Kauf eines Ambosses braucht man ein geübtes, feines Gehör, denn am Klang des Ambosses lassen sich die Strumpf- oder Trockenrisse eines zu harten oder zu weichen Stahls erkennen. Diesen, vom Auge nicht entdeckten Fehler verrät ein kleines vibrierendes Gehörknöchelchen im Ohr, das, seltsamerweise, Amboss heisst...
Der Mensch, der das Metall verwandelt, um seinen speziellen Bedürfnissen anzupassen, verfolgt im Grunde einen Traum: den Traum von einer Menschheit, die sich als unablässig schöpferisch versteht. Von diesem Traum schwärmt auch Jean Lamour, der Schöpfer der wundervollen Gitter an der Place Stanislas in Nancy. Er schreibt: “ Wenn es heisst, dass eine Kunst, die Schmiedekunst, aus der ältesten und gelehrtesten Antike stammt, dass sich Wahrheit und Irrtum in ihr vereinigt haben, das eine, um aus ihr ein Loblied werden zu lassen, das andere, um sie zu einer Apotheose zu verklären, so zeigt das zur Genüge, dass dieser Kunst der vorderste Platz im Reiche der Notwendigkeiten zuerkannt wurde“.
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